Porträt: Kartenlegerin Madame Buchela

06
September
Von TaSuBu

 

Bild: © panthermedia.net/140465 - Wahrsagerkugel

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Margarethe Meerstein, bekannt geworden als die berühmte Kartenlegerin Madame Buchela wurde 1899 als Tochter wandernder Sinti in Honzrath geboren. Einer Legende zufolge bekam sie ihren Namen dadurch, dass sie unter einer Buche an einem Waldweg zur Welt kam. Andere wiederum sagen, dass ihr Künstlername darauf zurückzuführen ist, dass sie so gerne Bucheckern aß.

Ihre seherischen Fähigkeiten entdeckte sie bereits im Alter von acht Jahren bei einem tragischen Unglück. Damals sah sie einen Tag vor dem Unglück den Tod ihres Bruders Anton voraus, der bei der Reinigung einer Waffe des Vaters am nächsten Tag ums Leben kam. Kurz danach wurde sie aufgrund ihrer Vorhersehung von ihren Geschwistern und den Eltern getrennt und kam in ein Waisenhaus in St. Wendel. Dort verbrachte sie eine für die Umstände glückliche Kindheit und wurde auch nicht von Eingebungen geplagt. Erst als sie das Waisenhaus verlies kamen ihre Fähigkeiten zurück. Sie begann gemeinsam mit ihrer Mutter als fahrende Hausiererin. Mit 23 Jahren heiratete sie dann den Zigeuner Adam Goussanthier. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 wurde sie dann mit ihrem Mann in Stotzheim sesshaft, um der Verfolgung der Nazis zu entgehen. Ihr Mann wurde nach einiger Zeit bei der Wehmacht eingezogen und verstarb später an einer Lungenentzündung in einem Lazarett. Ihre Mutter und die siebenköpfige Familie ihres Bruders wurden von den Nazis nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Einzig ihre drei Schwestern überlebten.

Bereits während des Krieges arbeitete sie als Hellseherin und nach dem Krieg gehörten auch viele Politiker und Prominente zu ihrer Kundschaft. Dabei sagte sie unter anderem Konrad Adenauer seinen Wahlsieg im Jahr 1953 voraus und riet ihm sich für die Rückholung der russischen Kriegsgefangenen einzusetzen.  Madame Buchela hatte keine festen Preise, so konnte jeder geben was ihm möglich war. Sie wurde mit ihrer Wahrsagerei niemals berühmt und spendete viel Geld an notleidende Klienten und öffentliche Einrichtungen. Ihre Zeit widmete sie ausschließlich der Wahrsagerei und beriet 20-30 Kunden pro Tag. Nachdem 1976 ihr geliebter Neffe jedoch erstochen wurde, empfing sie nur noch wenige Klienten, da der schmerz für sie zu groß war. 1986 starb sie an den Folgen einer Milzoperation im Malteser- Krankenhaus in Bonn.

Madame Buchela arbeitete hauptsächlich als Hellseherin, jedoch erschien im Jahre 1974 auch eine Reihe Tierkreisbücher.

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